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Schule und Erziehung im Mittelalter

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Kinderspielzeug

Viele Spiele, mit denen sich die Kinder heute beschäftigen, wurden im Mittelalter schon genauso gespielt. So wie heute mit Ritterfigürchen, Babypuppen und Puppengeschirr aus Plastik gespielt wird, taten das die mittelalterlichen Kinder mit ganz ähnlichen Gegenständen aus Ton.

Andere sehr alte Spiele wurden bei uns noch bis in die 50er Jahre gespielt und sind erst seitdem in Vergessenheit geraten. Dazu gehören das Reifentreiben und das im Mittelalter sehr populäre Spiel mit dem Peitschenkreisel.

Wieder andere Spiele sind heute gänzlich unbekannt, was wohl hauptsächlich am Material liegt: kaum ein Kind ist beim Schweineschlachten dabei und kann sich eine schöne Schweinsblase zum Aufblasen und Rasseln ergattern. Genauso wenig wird heutzutage mit Würfeln oder Kegeln aus Knochen gespielt.

Im Mittelalter wurde nicht so streng zwischen Kinder- und Erwachsenenspielen unterschieden. Das Spiel mit Murmeln oder das Kegeln war bei den Großen genauso beliebt wie bei den Kleinen. Anders natürlich das zu den sieben ritterlichen Tugenden zählende Schachspiel oder andere Brettspiele.

Die Worte Spielzeug, Spielsachen oder Spielwaren werden übrigens erst seit dem 17./ 18. Jh. verwendet. "Spielen" wurde im Mittelalter meist im Sinne von lebhafter Bewegung, mimischer Darstellung oder Musizieren benutzt, aber auch die Begriffe "kinderspil" oder "kintlich spiel" kommen vor. Für das eigentliche Spielzeug ist das Wort "Tand" überliefert.

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Doris Fischer - http://www.ausgraeberei.de/

Die Schule im Mittelalter

Die ältesten Bildungseinrichtungen in den Städten waren die Schulen der Klöster, der Dom- und Stiftskirchen. Hier wurden in erster Linie zukünftige Geistliche ausgebildet. Die allmähliche Durchsetzung der schriftlichen Form bei der Geschäftsführung und in der städtischen Verwaltung machte seit dem 13. Jh. ein Schulwesen erforderlich, das nicht nur an lateinischer Sprache orientiert war. In vielen Städten versuchte der Rat zusätzliche Schulen einzurichten: In Lübeck und Hamburg gab es sie bereits im späten 13. Jh., in Lüneburg und Braunschweig erst zu Beginn des 15. Jh. Aus Lübeck stammt der Fund aus beschriebenen Tafeln, Griffeln und Tintenfässern aus der Zeit um 1370. Neben fast ausschließlich lateinischen Schreibübungen enthalten sie auch Geschäftsbriefe.

Die städtischen Schulen verdrängten die kirchlichen jedoch nicht, diese blieben erhalten und bildeten bis zur Reformation viele bedeutende Lehrstätten. Es wurde neben Latein und deutscher, niederdeutscher Sprache, Schreiben und Rechnen, in den städtischen Schulen gelehrt. Das wichtigste Schulbuch war die lateinische Grammatik des Aelius Donatus (4. Jh.), von der bis 1500 insgesamt 355 Ausgaben nachzuweisen sind.

Es folgten diesem Buch lateinische Grammatiken mit niederdeutschen Erläuterungen, lateinisch - niederdeutsche Wörterbücher, niederdeutsche Fibeln und Rechenbücher. Neben den von der Kirche und dem Rat geführten Schulen gab es so genannte geduldete, private Winkel- oder Klippschulen, die für Kinder einfacher Schichten oft der einzige Bildungsweg waren.

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Die Universität im Mittelalter

Eine Bildungseinrichtung erfährt im Mittelalter ihre Ausformung und wird zum Inbegriff mittelalterlicher Bildung selbst: die Universität. Bologna und Paris sind von ihrer Entstehung her besonders aufschlussreich. In Bologna finden sich Lehrer und Schüler zu einer Gemeinschaft (= universitas magistrorum et scholarium, das ist die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Universität) zusammen, um über die übliche gelehrte Bildung hinaus den Gesetzeskodex des römischen Kaisers Justinian zu studieren. In Paris sondern sich Lehrer und Schüler an der gelehrten Schule bei Notre Dame ab, um die neu entdeckten, d.h. über die Araber aus Spanien herübergekommenen Schriften des Aristoteles zu studieren. Da dieses Studium nicht der geläufigen Klerikerausbildung dient, wird es von der Kirche mit Misstrauen verfolgt und zeitweise verboten.

Diese zunächst als freie Gemeinschaften auftretenden Universitäten erhalten nach und nach kaiserlichen und/oder päpstliche Anerkennung, werden mit bestimmten Vorrechten (z.B. einer eigenen Gerichtsbarkeit) ausgestattet und wachsen allmählich zu einer dritten, die Kultur des Abendlandes bestimmenden Kraft aus.

Da die Universitäten von Anfang an weit über die nationalen Grenzen hinauswirken – der häufige Universitätswechsel von Professoren und Studenten ist ganz selbstverständlich , erweisen sich das Streben nach Wissen um der Erkenntnis willen, die Selbstständigkeit gegenüber der Kirche und Staat sowie der internationale Charakter der Wissenschaft als die drei prägenden Merkmale der mittelalterlichen Universitätsidee.

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