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Zeitalter des Mittelalters

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Das Frühmittelalter

Das Frühmittelalter bezeichnet unter anderem in der Mediävistik eine Periode der Geschichte nach dem Fall des Weströmischen Reiches.

Dieser nicht exakt umrissene Zeitraum wird in der Regel mit den fünf Jahrhunderten zwischen 565/632 und 962/1066 angegeben.

In der Zeit der Völkerwanderung stießen germanische und slawische Stämme nach Westen vor und wurden mit der Kultur der Antike und dem Christentum konfrontiert. Dort, wo die Kultur des Römischen Reiches lange Zeit bestanden hatte, wurde sie von den Germanen zumindest teilweise aufgenommen, so dass, obwohl der römische Staat im Westen langsam zerfiel, die antike Kultur weiterbestand und mit ihr auch einige wirtschaftliche und soziale Strukturen. Auch nach dem Ende des weströmischen Kaisertums 476 bzw. 480 blieb die Idee des Imperium Romanum lebendig. Der oströmische Kaiser Justinian konnte weite Teile des alten Westreichs zeitweilig wieder seiner Herrschaft unterwerfen, und noch bis etwa 600 sahen sich die germanischen Nachfolgestaaten im Westen nominell als Untertanen des einzig souveränen Herrschers, des oströmischen Kaisers. Der letzte Zug der spätantiken Völkerwanderung erfolgte 568. Erst danach ist ein beschleunigtes Verschwinden spätantiker Elemente in Westeuropa zu beobachten. Doch noch 200 Jahre später war die Idee des weströmischen Kaisertums so wirkmächtig, dass Karl der Große seine Erneuerung versuchte.

Der spätrömische Staat war recht stark bürokratisiert und zentralisiert gewesen (siehe dazu Spätantike). Da mit ihm auch die übergeordnete Herrschaftsgewalt und die vereinheitlichten Verwaltungsstrukturen verloren gingen, bildeten sich neue Herrschaftsstrukturen heraus, die auf der germanischen Tradition der Personenverbände basierten. Eine Adelsschicht bildete sich heraus, die auf der Grundherrschaft gründete, d.h. auf Recht über Haus und Grund und allen darauf lebenden Personen. Diese Macht wurde auf die Verwandtschaft ausgedehnt, später auch über die eigentlichen Familien hinaus, bis hin zu hierarchischen Strukturen, an dessen Spitze der König stand.

Die frühmittelalterliche Gesellschaft war agrar- und naturalwirtschaftlich geprägt. Im Vergleich zur Antike verloren Handel und Geldwirtschaft an Bedeutung, wenn auch die moderne Forschung betont, dass es neben den Brüchen in bestimmten Bereichen durchaus auch Kontinuität zur Spätantike gegeben hat.

Die römische Gesellschaft war stark arbeitsteilig organisiert gewesen, Wirtschaft und Handel waren von intakten Fernhandelswegen abhängig. Doch ihr Nutzen für die eroberten Gebiete war nicht groß genug, um dieses System trotz der Schwächung der Zentralgewalt aus eigenen Kräften aufrecht zu erhalten. Geld, Architektur und Römisches Recht galten vielerorts als überwundene Zeichen der Fremdherrschaft und konnten sich nicht durch ihren praktischen Wert behaupten. Nicht nur äußere Einflüsse, sondern auch die christliche Reform des Autoritätsverständnisses, das den persönlichen Kontakt (Gnade) gegenüber den unpersönlichen Festlegungen bevorzugte, schwächten die zentralistischen Strukturen des Reichs. Mit dem Zusammenbruch des weströmischen Staates zerfiel dieses empfindliche System, und die nun wieder auf lokale Märkte angewiesenen Menschen hatten, auch wenn sie gewollt hätten, nicht mehr die Mittel und das technische Know-How, um die Errungenschaften der Antike weiter zu pflegen. Es fehlte an Spezialisten, ohne die die hochentwickelte Gesellschaft der Antike nicht fortbestehen konnte. So ging zwischen dem Ende des 4. bis zum 7. Jahrhundert die Masse aller literarischen Werke verloren (siehe Bücherverluste in der Spätantike; schon Cassiodor versuchte nur noch die Restbestände durch Kopieren zu sichern), vor allem aber sank das Niveau der materiellen Kultur unter den Stand nach der römischen Eroberung: Um 600 lebte ein Bauer an Rhein oder Themse also weitaus primitiver als seine Vorgänger um Christi Geburt.

Als der Staat weitgehend zerfiel, blieb die Kirche die einzig übergeordnete Institution. Allerdings wurde auch hier die Macht fragmentiert; viel Macht lag bei den Bischöfen, die für gewöhnlich von benachbarten Bischöfen in Synoden, manchmal auch von Volksversammlungen (Ambrosius) ernannt wurden und nicht vom Papst, da das Primat des Papsttums sich noch nicht herausgebildet hatte. Der wesentliche Träger der Kultur und des Wissens war die Kirche, darin speziell die Klöster der Benediktiner oder der Iroschotten, denen später die Bendediktinerregel auferlegt wurde (z. B. dem Kloster St. Gallen). Das Lesen und Schreiben beherrschten meist nur Angehörige des Klerus und Teile des Hochadels. Die Wissenschaft beschränkte sich weitgehend auf die Bereitstellung und Systematisierung des vorhandenen Wissens und das Kopieren von Werken antiker Autoren. Dabei wurden auch praktische Aspekte aus der Antike tradiert, z. B. Obstbau und Weinbau. Die geschichtlichen Personen und Ereignisse des 7. bis 10. Jahrhunderts sind großenteils aus den vielen handschriftlichen und datierten Dokumenten der Mönche aller Länder Europas bekannt (z. B. Beda Venerabilis).

Auch im Oströmischen Reich (Byzanz) fand der Übergang zur frühmittelalterlichen Kultur statt, wenn er sich auch in anderen Bahnen vollzog, da im Osten die antike Kultur eher fortbestand als im Westen. Beschleunigt wurde die Entwicklung des oströmischen Reiches hin zum Byzantinischen Reich durch die Islamische Expansion um 640, wodurch Byzanz seinen spätantiken Charakter weitgehend verlor und ebenfalls ins Mittelalter eintrat. Von Bedeutung für die Entwicklung war zudem die Justinianische Pest, die 541 ausbrach und den ganzen Mittelmeerraum in immer neuen Seuchenzügen betraf, was zu einem erheblichen Bevölkerungsverlust geführt haben dürfte, der wohl vielerorts den Übergang zum Mittelalter beschleunigte.

Zeitalter Frühmittelalter lehnswesen.de

Der Artikel das Frühmittelalter stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels zu editieren. Die Texte von Wikipedia und dieses Artikels stehen unter der GNU Free Documentation License. [Lokale Kopie der GFDL]

Das Hochmittelalter

Als Hochmittelalter wird in der Mediävistik die von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts dauernde Epoche bezeichnet. Wichtig dabei ist, dass sich dieser Begriff im wissenschaftlichen Sinne ausschließlich auf West- und Mitteleuropa bezieht. Auf den benachbarten byzantinischen oder den islamischen Bereich und die außereuropäische Geschichte trifft er nicht oder nur sehr begrenzt zu.

Die Abgrenzung des Hochmittelalters zum Frühmittelalter wird unterschiedlich vorgenommen. Eine Möglichkeit ist die Mitte des 11. Jahrhunderts, weil sich ab dieser Zeit ein umfassender Wandel in Europa vollzog. Dieser Wandel wurde durch ein bis in das 14. Jahrhundert anhaltendes Bevölkerungswachstum ausgelöst. Neue Gebiete mussten erschlossen, die Produktionsmethoden zur Erhöhung der Erträge verbessert werden. Dies förderte Handwerk und Handel, und damit wiederum die Geldwirtschaft. Neue Märkte entstanden, die wiederum die Kassen der Städte füllten. Eine seit der Antike nicht gekannte soziale Mobilität entwickelte sich, sowohl örtlich als auch den sozialen Stand betreffend.

Die Kirche mit dem herausgebildeten Papsttum entwickelte nach innen eine klare Hierarchie, nach außen kämpfte sie mit den weltlichen Herrschern um die Vormacht. Diese Machtkämpfe wurden von vielen Zeitgenossen kritisiert. So entstanden in Deutschland kirchliche Reformbewegungen, es kam in dieser Zeit allerdings auch zum Investiturstreit. Das Hochmittelalter war auch eine Blütezeit der geistlichen Orden, wie beispielsweise der Zisterzienser oder Prämonstratenser.

Bildung wurde in den Vordergrund gerückt. Es entstanden Dom- und Klosterschulen, und die ersten Universitäten wurden gegründet. Neben Theologie wurden vor allem die Fächer Medizin (vor allem in Frankreich) und Jura (vor allem in Italien und dort insbesondere in Bologna) gelehrt. Diese Bildungsrevolution wurde durch die Wiederentdeckung antiker Schriften ermöglicht (wie die des Aristoteles), die aus dem arabischen beziehungsweise byzantinischen Bereich nach Westeuropa gelangten. Infolge dieses Prozesses bestimmte nun die Scholastik das wissenschaftliche Denken.

Lesen und Schreiben waren nicht mehr nur Fertigkeiten des Klerus, sondern zunehmend auch von Teilen der Beamten (Ministeriale) und Teilen des Adels. Die Literatur bediente die neuen Leser, indem sie nicht nur geistliche und philosophische Themen verarbeitete. Es wurde nicht mehr nur in lateinischer Sprache, sondern auch in Landessprache geschrieben. In der Malerei wandte man sich von der Darstellung geistlicher Themen hin zur Darstellung von Natur und Alltag. In der Architektur herrschte die Romanik vor. Die Menschen, denen dies möglich war, konnten sich relativ sicher frei innerhalb weiter Teile Westeuropas bewegen.

Das Hochmittelalter war allerdings auch die Zeit der Kreuzzüge, die als die erste europäische Kolonisation betrachtet werden kann.

Diese Epoche war auch die Blütezeit des Rittertums, das sich in Folge eben jener Kreuzzüge neu definierte (siehe Ritterorden).

Im staatlichen Bereich büßte in jener Zeit das Heilige Römische Reich an Macht ein, während die „nationalen Königreiche“ (England und Frankreich) an Macht und Einfluss gewannen. Im wirtschaftlichen Bereich kam es zur Ausbildung eines Bankensystems, vor allem in Oberitalien.

Zeitalter Hochmittelalter lehnswesen.de

Der Artikel das Hochmittelalter stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels zu editieren. Die Texte von Wikipedia und dieses Artikels stehen unter der GNU Free Documentation License. [Lokale Kopie der GFDL]

Das Spätmittelalter

Als Spätmittelalter wird der Zeitraum der europäischen Geschichte von der Mitte des 13. bis zu dem Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts bezeichnet (also ca. 1250 bis 1500), der das europäische Mittelalter abschließt und in die Renaissance mündet, die Übergangsepoche zur frühen Neuzeit. Eine generelle zeitliche Eingrenzung des Übergangs vom Spätmittelalter in die Renaissance ist nicht möglich, da letztere wesentlich aus der kulturphilosophischen und kunstgeschichtlichen Entwicklung heraus definiert ist. Je nachdem, wie offen die jeweiligen Gelehrten und Mäzene in den europäischen Kulturzentren der neuen Entwicklung gegenüber standen, breitete sich die Renaissance in den verschiedenen europäischen Regionen unterschiedlich, d.h. sukzessive aus. Das Spätmittelalter wurde von manchen Historikern wegen einiger Erscheinungen in Kunst und Kultur sowie in der Verfassung des Deutschen Reiches als Krisenzeit betrachtet. Dies ist nicht unwidersprochen geblieben und wird in der heutigen Forschung nicht mehr so gesehen.

Um 1300 breitete sich eine Reihe von Hungersnöten und Seuchen wie die große Hungersnot 1315–1317 und der Schwarze Tod 1347–1353 aus und reduzierten die Bevölkerung auf etwa die Hälfte. Soziale Erhebungen und Bürgerkriege führten in Frankreich und England zu schweren Volksaufständen (Jacquerie und Peasants’ Revolt), und zwischen diesen beiden Staaten brach der Hundertjährige Krieg aus. Die Einigkeit der Kirche wurde durch das Große Schisma erschüttert. Am Ende der Kreuzzüge (1095–1291) war das Byzantinische Reich zu einer unbedeutenden Regionalmacht herabgesunken, der Islam herrschte nach seiner Expansion über ein Gebiet von Spanien bis Zentralasien. Der 200 Jahre dauernde Konflikt hatte die Kriegsführung und auch die Gesellschaft verändert. Die Verlierer jener Ära waren vor allem die Lehnsherren und das Rittertum. Doch auch das Papsttum musste Autorität einbüßen, ebenso das Kaisertum. Die Gesamtheit dieser Ereignisse wird traditionell auch Krise des Spätmittelalters genannt, auch wenn dieses Modell inzwischen nicht mehr unumstritten ist.

Andererseits war das 14. Jahrhundert auch eine Zeit des künstlerischen und wissenschaftlichen Fortschritts. Die Wiederentdeckung der Texte des alten Griechenland und Roms führten zu dem, was die Zeitgenossen Renaissance nannten, einer „Wiedergeburt“ des antiken Geisteslebens und seiner Rezeption. Diese Entwicklung hatte schon durch den Kontakt mit den Arabern während der Kreuzzüge begonnen, und sie beschleunigte sich mit der Eroberung Konstantinopels durch das Osmanische Reich, vor der viele byzantinische Gelehrte in den Westen flüchteten, insbesondere nach Italien. Die Erfindung des Buchdrucks hatte enormen Einfluss auf die europäische Gesellschaft. Sie erleichterte die Verbreitung des Geschriebenen und demokratisierte das Lernen, eine wichtige Voraussetzung für die spätere protestantische Kirchenreformation. Der Aufstieg des Osmanischen Reiches bis zum Fall Konstantinopels 1453, der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches (im selben Jahr, in dem auch der Hundertjährige Krieg endete), hatte die Verkehrswege nach Osten abgeschnitten, doch Kolumbus’ Entdeckung Amerikas 1492 und Vasco da Gamas Umsegelung des afrikanischen Kontinents 1498 öffneten neue Handelsrouten und stärkten so Macht und Wirtschaftskraft der europäischen Nationen. Die Gewinner waren die Händler und Handwerker, die Bankiers und Ratsherren, die im Schutz der Städte ein zunehmend freies, von weltlichen und kirchlichen Obrigkeiten unabhängigeres Leben führen konnten. Epochale Ereignisse waren zuletzt auch der Beginn der Reformation (1517) und der Deutsche Bauernkrieg (1525/26).

All diese Entwicklungen zusammengenommen erlauben es, in den Jahrzehnten um 1500 vom Ende des Mittelalters und vom Beginn der Neuzeit zu sprechen. Dabei ist anzumerken, dass diese Einteilung immer etwas willkürlich bleibt, da das antike Wissen niemals ganz aus der europäischen Gesellschaft verschwunden war, sondern es vielmehr seit der klassischen Antike eine gewisse Kontinuität gegeben hat. Zudem gab es erhebliche regionale Unterschiede. So ziehen es einige Historiker (speziell in Italien) vor, überhaupt nicht vom Spätmittelalter zu sprechen, sondern die Renaissance des 14./15. Jahrhunderts als direkten Übergang zur Neuzeit anzusehen.

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